Oberwischauer Zipser

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Kranzniederlegung am Friedhof in Oberwischau 5.10.2012

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Kranzniederlegung am Oberwischauer Friedhof  am 5.10.2012

Verband der Sathmarer Schwaben und Oberwischauer Zipser e.V.
Heimatortsgemeinschaft Oberwischau

Der Ahnen ehrenvoll Erinnerung  gedenken-
der Jugend  - unser aller Zukunft -  mit Respekt begegnen!


„Wir haben uns heute hier auf dem Oberwischauer Friedhof versammelt, um all jener Landsleuten zu gedenken, die uns voraus gegangen sind, uns eine irdische Heimat bereitet haben und am Ende ihres Lebens hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben oder aber, wie die Gefallenen der beiden Weltkriege, in fremder Erde auf ihre Auferstehung warten.“
Mit diesen ergreifenden Worten eröffnete Pfarrer Istvan Kinczel die Andacht anlässlich der Kranzniederlegung am Oberwischauer Friedhof .
Folgerichtig, so der Priester, gedenke man einen Tag vor dem 100-jährigen Geburtstag der Oberwischauer St. Anna Kirche derer, die diesen Festtag durch ihre Hände Arbeit und Spendenbereitschaft überhaupt ermöglicht haben.
Ihnen, der einstigen Bevölkerung Oberwischaus, ihnen, die nur noch in unserer Erinnerung lebendig sind, gebühre unser Dank für das Gotteshaus!
Rührend sei es daher, dass die Nachkommen diese Tatsache trotz aller Freude auf das Fest nicht aus den Augen verloren haben und sich heute voller Ehrfurcht verneigen.
Ganz gleich, ob sie in heimatlicher Erde ruhen oder aber für uns unbekannte Grabstätten haben  - der himmlische Vater möge ihnen alle Mühe vergelten, die sie für den Erbau der Kirche auf sich genommen haben.
Und so schließe sich der Kreis der Generationen: die eine baut das Gotteshaus und „vererbt“ es an die  nächste, die sie dann ihrerseits wiederum bewahrt, um sie in Ehrfurcht  und christlicher Tradition an ihre Kinder und Kindeskinder weiter gibt. Die St. Anna Kirche war und ist die Begegnungsstätte für die Katholiken in Oberwischau.
In besonderen Gedenken an die Gefallenen der beiden Weltkriege  und als symbolischen Akt wider dem Vergessen legte die Jugendgruppe „Edelweiß“ zwei  Kränze  nieder: einer gilt dem Gedenken der Gefallenen des Ersten Weltkrieges und der andere  erinnert an jene 153 jungen Menschen, die durch die Wirren des Zweiten Weltkrieges  gewaltsam aus dem Kreise unserer Landsleute gerissen wurden.  Die beiden Mahnmale am Oberwischauer Soldatenfriedhof, das eine erst im Mai 2010 feierlich gesegnet,  wurden für diesen Akt vorab mit Blumen und Kerzen geschmückt.
„Im Leben und Sterben sind  wir dein, oh Herr!“ steht auf der Kranzschleife und mahnt die Lebenden, ob jung oder alt, gesund oder krank, das Leben zu achten und den Tod als unausweichliches Schicksal, jedoch im tiefen Glauben an die Auferstehung und das ewige Leben, an zu nehmen.
„Niemand kennt die Stunde, in der er abberufen wird und keiner von uns weiß, wie seine Todesstunde sich gestalten wird. Wir wissen alle nicht,  ob der Tod uns sanft einschlafen oder uns grausam aus der Mitte unserer Lieben reißen wird“.
Pfarrer Kinczels Fürbitten gelten den Lebenden und den Verstorbenen, den Gläubigen und den noch Suchenden und vor allem jenem unter uns, der als nächstes vor Gottes Angesicht stehen wird.
Zum Abschluss singen die Chöre der Oberwischauer St. Anna Kirche (deutschter,ungarischer und rumänischer Chor!) das ergreifende Lied vom „Guten Kameraden“. An dieser Stelle sei dem Chor, und insbesondere dem jungen  Chorleiter, Robert Sawatzki, gedankt. Die  musikalischen Darbietungen dieser Sänger während dieser feierlichen Tage in Oberwischau waren einmalig und man kann es ohne zu übertreiben als „noch nie dagewesen“   beschreiben. Hier hörte und erlebte jeder die gekonnte Führung der Sänger durch einen begabten Musiker!
Einen besonderen Dank spricht unser Vorstand Herrn Pfarrer Kinczel aus. Mit seiner  einfühlsamen Worten, seiner überaus freundlichen Natur und seiner gelebten Gemeinschaft mit uns Oberwischauer, egal, welchen Ort auf der Erde wir nun unser„zu Hause“ nennen,  hat er es wieder einmal geschafft, den Worten der Bibel, die  die  „Gemeinschaft“  der Menschen in den Mittelpunkt des Lebens stellen,  Glaubwürdigkeit und Lebendigkeit ein zu hauchen.
Im Anschluss an der Kranzniederlegung lud die Heimatortsgemeinschaft Oberwischau zu Kaffee und Kuchen im Oberwischauer Jugendhaus ein.
Geladen waren neben Herrn Kinczel, Pfarrgemeinderat, Vorstand des Deutschen Forums, die Bevölkderung Oberwischaus, hier vor allem jene, die auch die Armenspeisung vor Ort in Anspruch nehmen müssen, weil sie am Existenzminimum leben.

Vergelt`s Gott ebenfalls auch an die Jugendlichen der Kulturgruppe „Edelweiß“ aus Oberwischau.
Die Fahnenabordnung, bestehend aus drei strammen, jungen Burschen aus der Zipserei und die restliche Gruppe in deren Oberwischauer Jugendtracht  gaben der Andacht einen ganz besonderen Rahmen und beim  Anblick dieser 20-köpfigen Gruppe junger Menschen, die aus deutschen, rumänischen und ungarischen Familien stammen, kommt Hoffnung auf Zukunft in Eintracht und Frieden mit allen ethnischen Minderheiten und der rumänischen Bevölkerung in Oberwischau auf.
Wer Weltkriege vermeiden will, muss dafür Sorge tragen, dass es in der Familie, in seinem Dorf, in der Heimatstadt  friedlich zugeht.
Es ist eine große Aufgabe für uns alle, die wir die nächste Generation auf das Leben vorbereiten und Angesichts des  Zitates von Thomas Morus, „Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme“ muss alles dafür getan werden, um der Brücke zwischen der Vergangenheit und der Zukunft, dem was gestern war und heute gilt, ein stabiles Fundament zu erbauen, damit alle, die an der Verbindung zwischen den beiden zeitlichen Ufern bauen mit den  nötigen Informationen, einem entsprechenden Respekt,  ohne Furcht und festen Schrittes darauf schreiten können.


Ma. Rö.

Oktober 2012

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Aktualisiert 19.03.2014
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